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Topographie
Dominik Bonatz

Die Topographie des archäologischen Geländes des Tell Fecheriye erstreckt sich über 90ha und nimmt eine annähernd pentagonale Form ein, die vom Verlauf der ehemaligen Stadtmauer der spätantiken Stadt geprägt ist, welche sich auch heute noch als leichte Erhebung im Gelände abzeichnet. Im Norden und Nordosten grenzt das Gelände an eine natürliche Vertiefung, in welcher das heute trockenliegende Flußbett des Habur und seine Karstquellen zu erkennen sind.

Die langanhaltende Siedlungsgeschichte und die zahlreichen Konflikte, welche besonders aus der Antike bekannt sind und die mit entsprechender Zerstörung und Wiederaufbau einhergingen, haben sich in Kulturschichten akkumuliert, welche eine flachhügelige, unregelmäßige Landschaft modelliert haben, die sich maximal sechs Meter über die Umgebung erhebt. Davon setzt sich deutlich eine Erhebung im Osten ab, die eine Fläche von ca. 12ha einnimmt, einen Höhenunterschied von 15m zur umgebenden Fläche aufweist und somit in der Landschaft weithin sichtbar ist. Dieser Siedlungshügel ist als Tell im klassischen Sinne zu verstehen und berechtigt zu der Unterteilung des archäologischen Geländes in einen Oberstadtbereich mit 12ha und einem Unterstadtbereich mit 78ha Fläche.

Der an höchster Stelle 363,40m ü. NN liegende Oberstadtbereich hat bis auf die Erhebung im Südwesten, wo sich heute das Grabmal des Ibrahim Pascha befindet, eine weitestgehend flache Oberfläche, was nicht zuletzt dem neuzeitlichen Feldbau zu verschulden ist, der dort betrieben wird. An seiner Südseite fallen die Hänge flach ab, im Norden und Osten hingegen sind sie einer starken Erosion zufolge, die durch die unmittelbare Nachbarschaft zu den Haburquellen zu erklären ist, stark geneigt. Anders ist die Situation im westlichen Bereich: hier erstreckt sich entlang des Hangs auf einer Höhe von 358m ü. NN eine breite Abstufung im Gelände, die als Terrain für archäologische Untersuchungen sehr gut geeignet ist. Die Terrasse ist nicht Ergebnis eines natürlichen Prozesses, sondern wurde zwischen den 1960er und 1980er Jahren künstlich angelegt um die Fläche für Landwirtschaft nutzbar zu machen. Im 1929 erstellten Plan von Langenegger und Lehmann ist dieser Hang des Tells zwar auch stark geneigt, dies ist jedoch vermutlich den Bauaktivitäten der spätantiken Unterstadt zuzuschreiben, welche an dieser Stelle in den Tell einschnitten. Die ausgedehnte Unterstadt erstreckt sich größtenteils westlich des Tells auf einem durchschnittlichen Niveau von 354m ü. NN.