Tell Fecheriye
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Dominik Bonatz
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Abb. 1: Karte Syriens mit der Lage des Fundortes.Der Tell Fecheriye, im Nordosten Syriens an den Quellbecken des Habur gelegen, ist nicht nur einer der größten Ruinenhügel der Region, sondern auch einer der bedeutendsten. Seine Besiedlungsgeschichte weist Schwerpunkte in der Zeit des akeramischen Neolithikums auf, sowie im zweiten Jahrtausend v. Chr. – der mittanischen und mittelassyrischen Zeit - und schließlich in der Spätantike und frühislamischen Periode.
 
Bereits seit seiner Entdeckung wurde der Tell eng mit der Frage in Verbindung gebracht, ob es sich dabei um die bis dato nicht identifizierte Hauptstadt der Mittani-Herrscher – Waššukanni – handle. Das Kernland des Mittani Reiches konnte zwar schon früh im sehr fruchtbaren sog. Haburdreieck identifiziert werden, doch stammen die Informationen darüber entweder aus ausländischen Quellen – Abb. 2: Ansicht des Tells von Westen.Ägypten, dem hethitischen Anatolien oder Assyrien – oder aus der Peripherie des Mittani-Staates, Alalah und Nuzi. Gerade im westlichen Haburdreieck haben bisher wenige Grabungen stattgefunden. Was die bisherigen Grabungsprojekte am Tell Fecheriye betrifft, so konnte keines über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, so dass die archäologischen Potentiale des Siedlungsplatzes zwar erkannt, aber bei weitem noch nicht erschlossen sind. Unbeantwortet blieben somit bisher ein Großteil der Fragen bezüglich der historischen Entwicklung der Siedlung von der Mitte des 2. Jt. v. Chr. bis in das islamische Mittelalter.
 
Abb. 3: Panorama der Oberstadt mit den Grabungsstellen C-I bis C-IV (Bildvordergrund), sowie C-V und D im Hintergrund.Die kontinuierliche Erschließung und umfassende Dokumentation der archäologischen Hinterlassenschaften auf dem Tell Fecheriye soll durch das neue, 2005 initiierte deutsch-syrische Forschungsprojekt ermöglicht werden. Das Projekt der Syrischen Generaldirektion für Antiken und Museen und des Instituts für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin wird in Zusammenarbeit mit dem Slowakischen Archäologischen und Historischen Institut (SAHI) durchgeführt. Mit der gemeinsamen Arbeit am Tell Fecheriye soll es gelingen, einen wichtigen Betrag zur Erforschung des Altertums im obermesopotamischen Raum zu leisten.